Die systemischen Prinzipien TeilV “Leitung hat Vorrang”

Wo Menschen in einem definierten Kontext für ein gemeinsames Vorhaben zusammenkommen wie z.B. in einem Verein oder einer Organisation, gibt es ein natürliches Bedürfnis nach Leitung.

Wenn Leitung ihrer Rolle gerecht wird, zeigt sich das in der definierten Rolle, vor allem aber in der inhaltlichen Übernahme von Verantwortung, Entscheidungsstärke, regulierendem Eingreifen usw.

Ideen wie „wir sind alle gleich“ führen in Organisationen eher zu Unsicherheiten und Konflikten. Es muss klar sein, wer für was steht, Verantwortung übernimmt.

In einer Gruppe gleichberechtigter zeigt sich, dass der Initiator Vorrang hat, indem automatisch alle Mitglieder der gegründeten Gruppe auf ihn schauen, seinem Vorhaben folgen und mit ihren Ideen zum Gelingen des gemeinsamen Vorhabens beitragen.

In einer Organisation hat die Leitung vor der anderen Vorrang, die für den Erhalt der Organisation verantwortlich ist. Oftmals also die Leitung der Finanzen. Sie trägt die Verantwortung für den Erhalt des Systems, der allen anderen Bedürfnissen voran geht, da alle anderen Teile der Organisation in einem wirtschaftlichen Kontext die Finanzen als Grundlagen benötigen.

Grundsätzlich gilt: wenn Führungspositionen  – egal auf welcher Ebene – nicht besetzt werden oder länger vakant bleiben, entstehen Unsicherheiten. Es wird jemanden aus der Organisation bzw. dem Team geben, der die Rolle inoffiziell versuchen wird zu füllen. Da er aber keinen offiziellen Auftrag hat, nicht entsprechend entlohnt wird und keine Verfügungsgewalt hat, sind Störungen hier vorprogrammiert.

Daher ist die Auswahl und Besetzung von Leitung von besonderer Bedeutung für die „Lebendigkeit“ der gesamten Organisation.

Für Teams gilt: besser einen „schlechten“ Vorgesetzten, als gar keinen, da zumindest die Verantwortung klar abzugeben ist. Wenn Sie ihren Vorgesetzten vielleicht auch zwischenmenschlich nicht schätzen oder ernst nehmen können, können sie zumindest seine Fachlichkeit schätzen. Oder umgekehrt. In jedem Falle hat er sich aber für die Rolle des Vorgesetzten zur Verfügung gestellt und alleine das gilt es zu würdigen.

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